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Prüfung Industriemeister Elektrotechnik

Ablauf, Aufbau und Bewertung der IHK-Prüfung zum Industriemeister Elektrotechnik – alle wichtigen Informationen im Überblick.

Die IHK-Prüfung zum Geprüften Industriemeister Fachrichtung Elektrotechnik ist der Schlusspunkt der Weiterbildung. Sie entscheidet über die Vergabe des Abschlusses und damit über den formalen Nachweis der erlangten Qualifikation. Die Prüfung ist anspruchsvoll, aber strukturiert und planbar. Wer die Prüfungsverordnung und die Bewertungsregeln kennt, kann sich gezielt darauf vorbereiten. Diese Seite fasst die wichtigsten Punkte zum Prüfungsaufbau, zur Bewertung und zur Bestehenslogik zusammen.

Die drei Prüfungsteile im Überblick

Die Prüfung besteht aus drei formal eigenständigen Teilen, die zeitlich versetzt abgelegt werden. Alle drei müssen bestanden werden, um den Gesamtabschluss zu erhalten.

Teil 1 – Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation (FüBQ). Dieser Teil wird zu Beginn der Weiterbildung abgelegt. Die Prüfung besteht aus vier bis fünf schriftlichen Situationsaufgaben, die die fachrichtungsübergreifenden Handlungsfelder abdecken. Pro Aufgabe ist eine Bearbeitungszeit von 60 bis 90 Minuten angesetzt, die Gesamtdauer liegt bei fünf bis sechs Stunden, die auf mehrere Termine verteilt werden können.

Teil 2 – Handlungsspezifische Qualifikation (HQ). Dieser Teil bildet den Kern der Prüfung. Er besteht aus drei schriftlichen Situationsaufgaben, je eine aus den Handlungsfeldern Technik, Organisation sowie Führung und Personal. Jede Klausur dauert 90 bis 180 Minuten. Etwa vier bis sechs Wochen nach der schriftlichen Prüfung folgt das mündliche Situationsbezogene Fachgespräch. Details stehen auf der Seite Handlungsspezifische Qualifikation.

Teil 3 – Berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation (AEVO). Dieser Teil wird meist parallel oder direkt im Anschluss abgelegt und entspricht der Ausbildereignungsprüfung. Er umfasst einen schriftlichen Teil (180 Minuten, Situationsaufgaben aus den vier Handlungsfeldern) und einen praktischen Teil (Präsentation oder praktische Durchführung einer Ausbildungssituation plus Fachgespräch, ca. 30 Minuten).

Bewertung und Bestehensregeln

Jede einzelne Prüfungsleistung wird mit 0 bis 100 Punkten bewertet. Eine Aufgabe gilt als bestanden, wenn sie mit mindestens 50 Punkten beendet wird. Das Besondere: Jede einzelne Aufgabe innerhalb eines Prüfungsteils muss bestanden werden, nicht nur der Durchschnitt des Teils. Wer in zwei von drei HQ-Klausuren 75 Punkte erreicht und in der dritten nur 40, hat die HQ nicht bestanden und muss die fehlende Klausur wiederholen.

Diese Regel macht die Prüfung zu einer echten Hürde. Einzelne Aufgaben fallen nicht einfach aus dem Durchschnitt heraus – sie müssen eigenständig geschafft werden. Wer sich auf einen Bereich stützt und einen anderen vernachlässigt, riskiert unnötige Wiederholungen.

Ergänzungsprüfung

Für knapp nicht bestandene Aufgaben im HQ-Teil gibt es die Möglichkeit einer mündlichen Ergänzungsprüfung. Wer in einer einzelnen schriftlichen Aufgabe zwischen 30 und 49 Punkten erreicht hat, kann zu einer mündlichen Prüfung in diesem Handlungsfeld antreten. Die Ergänzungsprüfung bewertet denselben Stoff in mündlicher Form und wird mit der schriftlichen Leistung zu einer Endnote verrechnet. So lassen sich knappe Fehlversuche oft noch retten.

Die Ergänzungsprüfung muss aktiv beantragt werden. Sie ist kein Automatismus und keine Garantie für das Bestehen – sie verlangt noch einmal konzentrierte Vorbereitung im betroffenen Feld.

Zwischen den Prüfungsteilen

Die drei Prüfungsteile werden in der Regel zeitlich gestaffelt. Zwischen der FüBQ und dem Beginn der HQ-Vorbereitung liegen oft einige Monate, während derer die Teilnehmer im Lehrgang die fachrichtungsspezifischen Inhalte vertiefen. Zwischen schriftlicher und mündlicher HQ-Prüfung liegen typischerweise vier bis sechs Wochen – Zeit, die für die Vorbereitung auf das Situationsbezogene Fachgespräch genutzt werden kann.

Einige Bildungsträger integrieren die AEVO so in den Lehrgang, dass sie bereits vor dem Ende der HQ abgelegt wird. Das entlastet den Kopf in der heißen Phase vor der mündlichen HQ-Prüfung und verteilt die Belastung.

Prüfungsgebühren

Die IHK-Prüfungsgebühren unterscheiden sich leicht zwischen den Kammern. Typische Werte: 250 bis 350 Euro für die FüBQ, 300 bis 450 Euro für die HQ (inklusive mündlicher Prüfung), 100 bis 200 Euro für die AEVO. In Summe liegen die Prüfungsgebühren für einen vollständigen Durchlauf bei etwa 650 bis 1.000 Euro. Bei Wiederholungen wird der jeweilige Teil erneut bezahlt.

Die Gebühren sind nicht Teil der Lehrgangsgebühren und werden direkt bei der IHK angemeldet. Sie sind im Aufstiegs-BAföG grundsätzlich förderfähig – der Zuschuss- und Darlehensanteil greift auch für diese Gebühren. Details zur Förderung stehen auf der Seite Förderung der Weiterbildung.

Wiederholungsmöglichkeiten

Nicht bestandene Prüfungsteile können zweimal wiederholt werden. Bestandene Teile bleiben gültig, solange die Wiederholung innerhalb der Geltungsfrist erfolgt – üblicherweise zwei Jahre nach dem ersten Prüfungsversuch. Wer zum Beispiel die FüBQ bestanden, aber die HQ nicht geschafft hat, wiederholt nur die HQ, nicht die gesamte Prüfung.

Nach der dritten nicht bestandenen Prüfung ist die Teilnahme bei dieser IHK endgültig ausgeschlossen. In Einzelfällen kann ein Wechsel zu einer anderen IHK möglich sein, aber nur mit plausiblen Gründen.

Bestehensquote und Erfolgsfaktoren

Die Bestehensquoten variieren zwischen den IHKs und Jahrgängen. Typische Werte liegen bei 70 bis 85 Prozent für die FüBQ, 65 bis 80 Prozent für die HQ und deutlich über 90 Prozent für die AEVO. Das heißt: Etwa drei von vier Teilnehmern bestehen die Gesamtprüfung im ersten Anlauf. Wer zum ersten Mal durchfällt, schafft es in der Regel im zweiten Anlauf.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind bekannt und wiederholen sich in jedem Jahrgang. Erstens: Regelmäßiges Lernen über den gesamten Lehrgang, nicht nur in der heißen Phase vor der Prüfung. Zweitens: Üben an alten Prüfungsaufgaben, nicht nur das Lesen der Lehrbücher. Drittens: Probeklausuren unter Zeitdruck. Viertens: Aktive Teilnahme an Lerngruppen. Fünftens: Strukturierte mündliche Vorbereitung mit Rollenspielen. Wer diese fünf Punkte einhält, liegt in der Regel deutlich über der durchschnittlichen Bestehensquote.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die gesamte Prüfung zeitlich?

Die schriftlichen Prüfungen erstrecken sich über mehrere Tage bis Wochen. Der mündliche Teil liegt vier bis sechs Wochen nach dem schriftlichen HQ-Teil. Vom ersten schriftlichen Prüfungstag bis zum Gesamtabschluss vergehen typischerweise drei bis sechs Monate.

Welche Hilfsmittel sind erlaubt?

Taschenrechner (nicht programmierbar), unkommentierte Gesetzestexte (je nach Teil unterschiedlich), Schreibmaterial. Die genauen Hilfsmittel werden mit der Einladung zur Prüfung durch die IHK mitgeteilt.

Muss ich zur Prüfung bei meiner Heimat-IHK antreten?

In der Regel ja. Die Prüfung wird bei der zuständigen IHK abgelegt, die sich nach Wohnort oder Arbeitsort richtet.

Bekomme ich meine Punkte bekannt gegeben?

Ja, nach jedem Prüfungsteil erhält der Teilnehmer eine schriftliche Mitteilung über die erreichten Punkte und die Gesamtbeurteilung des Teils.

Wie lange sind die Ergebnisse nach der Prüfung gültig?

Das Zeugnis ist unbegrenzt gültig. Die einzelnen Prüfungsteilnachweise sind für Wiederholungen zwei Jahre lang gültig.

Nächster Schritt

Wann die IHK-Prüfungen abgenommen werden und wie du die eigene Planung darauf ausrichtest, erklärt die Seite Prüfungstermine Industriemeister Elektrotechnik.