Die IHK-Prüfungstermine zum Geprüften Industriemeister Elektrotechnik werden bundeseinheitlich von der DIHK-Bildungs-GmbH festgelegt und mehrere Jahre im Voraus veröffentlicht. Das gibt Bildungsträgern und Teilnehmern Planungssicherheit und stellt sicher, dass alle Prüflinge bundesweit am selben Tag die gleichen Aufgaben erhalten. Diese Seite erklärt die Terminlogik, die wichtigsten Anmeldefristen und die Regeln für Wiederholungen und Verschiebungen.
Zwei Prüfungszeiträume pro Jahr
Pro Jahr gibt es zwei reguläre Prüfungszeiträume: einen im Frühjahr und einen im Herbst. Der Frühjahrstermin für die schriftlichen Teile liegt typischerweise in der zweiten Aprilhälfte, der Herbsttermin in der zweiten Oktoberhälfte. Die mündlichen Prüfungen folgen vier bis sechs Wochen später, also im Juni beziehungsweise im Dezember.
Für jeden Prüfungsteil gibt es eigene Termine. Die fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation wird typischerweise einige Wochen vor der handlungsspezifischen Qualifikation geprüft. Die AEVO-Prüfungen laufen oft parallel, teilweise auch regional flexibler. Die genauen Einzeldaten veröffentlicht jede IHK einige Monate vor dem jeweiligen Zeitraum auf ihrer Website oder verschickt sie direkt mit der Prüfungseinladung.
Anmeldefristen
Die Anmeldung zur Prüfung muss mehrere Wochen vor dem jeweiligen Prüfungstermin bei der IHK eingereicht sein. Typische Anmeldeschlüsse liegen sechs bis zehn Wochen vor Prüfungsbeginn – für die Frühjahrsprüfung also Anfang bis Mitte Februar, für die Herbstprüfung Ende Juli bis August. Die konkreten Fristen variieren zwischen den Kammern.
Wer den Anmeldeschluss verpasst, rutscht automatisch in den nächsten Prüfungszeitraum und verliert damit ein halbes Jahr. Bei berufsbegleitenden Lehrgängen kann das besonders teuer werden, weil die Lernkurve über die Wartezeit abflacht. Deshalb gehört die rechtzeitige Anmeldung zu den wichtigsten organisatorischen Aufgaben während der Weiterbildung.
Abstimmung mit dem Lehrgang
Bildungsträger richten ihre Lehrgänge an den Prüfungsterminen aus. Ein berufsbegleitender Lehrgang, der auf die Frühjahrsprüfung zielt, startet typischerweise im Oktober oder November des Vorjahres. Ein Lehrgang für die Herbstprüfung beginnt entsprechend im Frühjahr eines Jahres. Vollzeitlehrgänge sind zeitlich verdichtet und starten wenige Monate vor der Prüfung.
Bei der Anmeldung zum Lehrgang lohnt sich der Blick auf die Prüfungstermine. Wer konkret im Herbst des übernächsten Jahres die HQ ablegen will, sollte prüfen, ob der geplante Lehrgang so ausgelegt ist, dass die Vorbereitung rechtzeitig abgeschlossen ist. Seriöse Anbieter empfehlen von sich aus, wenn ein geplanter Start zu knapp für den Zieltermin ist.
Wiederholungsprüfungen
Nicht bestandene Prüfungsteile können beim nächsten regulären Termin wiederholt werden. Separate Wiederholungstermine gibt es nicht – die Wiederholung läuft im nächsten regulären Zeitraum, also etwa sechs Monate nach dem ersten Versuch. Diese Zeit kann für gezieltes Nacharbeiten der schwächeren Bereiche genutzt werden.
Die Anmeldung zur Wiederholung funktioniert analog zur Erstanmeldung. Die Prüfungsgebühren für den zu wiederholenden Teil fallen erneut an, die anderen Teile werden nicht berührt, solange sie innerhalb der Geltungsfrist bestehen.
Verschiebungen und Ausnahmen
Die schriftlichen Termine sind nicht verschiebbar. Sie sind bundeseinheitlich fix und können nicht individuell angepasst werden. Wer aus persönlichen Gründen nicht antreten kann, muss auf den nächsten regulären Termin warten.
Eine Ausnahme gibt es bei Krankheit. Wer krankheitsbedingt nicht teilnehmen kann, meldet sich unverzüglich bei der IHK und reicht ein ärztliches Attest ein. In diesem Fall wird die Prüfung als nicht angetreten gewertet, nicht als nicht bestanden. Sie zählt also nicht als Fehlversuch, der gegen die Wiederholungsgrenze gerechnet wird.
Die mündliche Prüfung ist in der IHK-internen Planung etwas flexibler. Einzelne Termine innerhalb eines Prüfungsfensters lassen sich mit guten Gründen manchmal tauschen, wenn beispielsweise zwei Teilnehmer mit der IHK einen Abstimmungsbedarf erkennen.
Urlaub und Arbeitgeberabstimmung
Für die Prüfungstage sollten berufsbegleitende Teilnehmer rechtzeitig Urlaub oder Freistellung beantragen. Tarifverträge im öffentlichen Dienst und in vielen industriellen Branchen sehen Sonderurlaub für Prüfungstage vor. Wer keinen Tarifvertrag hat, sollte mit dem Arbeitgeber frühzeitig sprechen und mindestens unbezahlten Sonderurlaub einplanen.
Für die mündliche Prüfung lohnt es sich, mindestens einen Tag vorher freizunehmen, um ohne Stress anzureisen und die Präsentationsvorbereitung in Ruhe abzuschließen. Auch wenn die Prüfung selbst nur 30 bis 60 Minuten dauert, sind Wartezeiten vor Ort üblich, weil mehrere Teilnehmer nacheinander geprüft werden.
Planung über längere Zeiträume
Wer seinen Weg zum Industriemeister langfristig plant, sollte mindestens 12 bis 18 Monate im Voraus den Zielprüfungstermin festlegen. Die Reihenfolge: Zielprüfungstermin identifizieren, passenden Lehrgang auswählen, Aufstiegs-BAföG-Antrag stellen, Lehrgangsvertrag unterschreiben, IHK-Anmeldung zum Prüfungstermin vorbereiten.
Diese Reihenfolge klingt unspektakulär, ist aber wichtig: Wer zuerst den Lehrgang auswählt und erst danach den Prüfungstermin plant, endet manchmal bei einem Angebot, das zeitlich nicht richtig passt. Umgekehrt wird der Plan stabiler.
Häufige Fragen
Die aktuellen Termine veröffentlicht die DIHK-Bildungs-GmbH bundeseinheitlich, jede IHK gibt sie mindestens ein Jahr im Voraus bekannt. Ein Blick auf die Website deiner zuständigen IHK liefert die aktuellen Termine.
Die schriftlichen Prüfungen sind bundeseinheitlich und nicht verschiebbar. Die mündlichen Einzeltermine innerhalb eines regionalen Zeitfensters lassen sich in Einzelfällen tauschen.
Mit ärztlichem Attest zählt die Prüfung als nicht angetreten. Die Wiederholung erfolgt beim nächsten regulären Termin.
Nein, die drei Teile haben eigene Termine innerhalb des Prüfungszeitraums. Die genaue Verteilung teilt die IHK mit.
Mindestens 12 Monate vor dem Zielzeitpunkt. So bleibt Zeit für Lehrgangswahl, Förderantrag und IHK-Klärung.
Nächster Schritt
Wie der schriftliche Prüfungsteil aufgebaut ist und welche Strategien in den Klausuren helfen, zeigt die Seite Schriftliche Prüfung Industriemeister Elektrotechnik.